Schichtarbeit


Was ist Schichtarbeit?

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Es gibt zahlreiche Unternehmen, in denen es unumgänglich ist, dass die Arbeitnehmer rund um die Uhr anwesend sind. Solche Unternehmen sind beispielsweise Krankenhäuser, städtische Feuerwehren und die Polizei. Aber auch in sogenannten „nicht-helfenden Betrieben“ müssen an 24 Stunden pro Tag Arbeiter anwesend sein. Hierbei handelt es sich um Betriebe, die der Allgemeinheit ihre Dienste an 24 Stunden pro Tag und zwar an 7 Tagen pro Woche zur Verfügung stellen müssen, z.B. Elektrizitätswerke. Nachdem natürlich kein Arbeitnehmer in der Lage ist, an 24 Stunden pro Tag zu arbeiten, wurde die Schichtarbeit eingeführt. Ferner sind manche Unternehmen gezwungen, einen Schichtbetrieb einzuführen, um die relativ teuren Anlagen sinnvoll ausnutzen zu können. Ansonsten könnte dies zu einem finanziellen Verlust führen, was folglich zu einer Entlassung von Arbeitnehmern führen würde.


Wie definiert sich die Schichtarbeit?
Eine Schichtarbeit wird in den Betrieben durchgeführt, in denen an mehr als acht Stunden pro Tag gearbeitet wird. Dies bedeutet folglich, dass die täglichen Arbeitsstunden auf die sogenannten Schichten aufgeteilt werden:
Wenn in einem Betrieb pro Tag 16 Stunden gearbeitet wird, dann werden in diesem Betrieb zwei Schichten zu je acht Stunden eingeführt. Sollte es jedoch nötig werden, dass der betriebliche Ablauf an 24 Stunden pro Tag aufrecht erhalten wird, dann müssen drei Schichten eingeführt werden. Um den betrieblichen Ablauf nicht zu stören, das heißt, um die vorangegangenen Geschehnisse bzw. wichtigen Ereignisse an den nachfolgenden Arbeitskollegen weiterzugeben, überlappen sich in der Regel die Schichten. Dies geschieht meistens jedoch nur um ungefähr eine halbe Stunde, denn eine Schicht soll laut Gesetz nicht mehr als acht Stunden betragen. Die halbe Stunde wird im übrigen mit den Pausen kompensiert.

Um den ganzen Tag mit Arbeitnehmern zu besetzen, wurden die nachstehenden Schichten eingeführt:

Frühschicht: Die Frühschicht beginnt in der Regel zwischen fünf und sechs Uhr morgens und geht entsprechend bis Nachmittag um zwei Uhr
Spätschicht: Die Spätschicht setzt an der Frühschicht an und dauert in der Regel bis um 22 oder 23 Uhr
Nachtschicht: Die Nachtschicht beginnt um 22 oder 23 Uhr und wird von der Frühschicht abgelöst

Der Vorteil der Nachtschicht besteht darin, dass hier der Betrieb die sogenannte Nachtschichtzulage an den Arbeitnehmer auszahlen muss. Eine gesetzliche Empfehlung lautet 30% vom Grundlohn und dies steuerfrei. Alternativ kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zusätzliche Freitage schenken, die jedoch lohnpflichtig sind.


Die Schichtarbeit wird noch in den vollkontinuierlichen bzw. in den teilkontinuierlichen Schichtbetrieb eingeteilt. Bei einem teilkontinuierlichen Schichtbetrieb wird an den Tagen Montag bis Freitag gearbeitet, beim vollkontinuierlichen Schichtbetrieb wird ebenfalls am Wochenende und an den Feiertagen gearbeitet.

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Bei einer teilkontinuierlichen Schichtarbeit kommt im übrigen nur ein Zwei- oder Dreischichtbetrieb in Frage. Anders verhält es sich bei einer vollkontinuierlichen Schichtarbeit:

Sollte bei einer vollkontinuierlichen Schichtarbeit nur ein Zwei- oder ein Dreischichtbetrieb geplant sein, dann ergibt sich für den Betrieb automatisch das Problem, dass jeder Arbeitnehmer mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten würde. Nachdem dies laut Arbeitszeitgesetz nicht erlaubt ist, sind diese Betriebe gezwungen, einen Vier- oder Fünfschicht Betrieb einzuführen. Ein Vierschichtbetrieb führt jedoch dazu, dass der Mitarbeiter auf ungefähr 42 Arbeitsstunden pro Woche kommt. Nachdem hier in der Regel die vertraglich festgesetzte Arbeitszeit überschritten wird, müssen entsprechende Freischichten gewährt werden. Dies führt jedoch zu einem extrem aufwändigen Arbeitszeitmanagement, da die vertraglich festgelegte Arbeitszeit innerhalb eines Monats nicht überschritten werden darf.

Ein Fünf-Schicht-Betrieb hingegen bewirkt das Gegenteil: Hier kommt der einzelne Mitarbeiter lediglich auf eine Wochenarbeitszeit von 33 Stunden. Dies verdeutlicht, dass der Arbeitnehmer in diesem Fall seine Freischichten einsetzen muss, um krankheits- oder urlaubsbedingte Ausfälle abzufangen.

Alternativ darf der Zwei- oder Dreischichtbetrieb aufrecht erhalten werden, wenn die Überstunden, die pro Woche anfallen, innerhalb von einem Monat ausgeglichen werden.

Ein Betrieb, der seine Mitarbeiter in Schichtarbeit einstellt, kann diesen entweder eine feste Schicht oder eine Wechselschicht anbieten. Bei der festen Schicht arbeitet jeder Arbeitnehmer jede Woche in der selben Schicht. Bei der Wechselschicht wird in regelmäßigen Abständen die Schicht gewechselt. Meistens rotieren die Schichten, das heißt, nach der Nachtschicht kommt die Frühschicht und anschließend die Spätschicht. In der vierten Woche würde das Spiel von vorne beginnen. Welches Schichtsystem die meisten Vor- bzw. Nachteile in sich birgt, kann nicht auf Anhieb beantwortet werden. Beide Systeme haben hiervon gleich viele:
Bei der festen Schicht kann sich der Arbeitnehmer auf diese einstellen und kann sein Privatleben entsprechend planen. Auf der anderen Seite könnte eine ungünstige Schicht, beispielsweise Spätschicht, das Familienleben belasten, da der Arbeitnehmer in den Abendstunden nicht daheim ist.
Die Wechselschicht bietet den Vorteil, dass der Arbeitnehmer zu unterschiedlichen Zeiten Freizeit hat. Hierdurch kann er teilweise seine Freizeit besser und sinnvoller planen. Ebenfalls besteht hier vermehrt die Möglichkeit, dass er gleichzeitig mit seiner Familie daheim ist.


Wo wird der Schichtbetrieb geregelt?
Die Schichtarbeit wird zum einem im Arbeitszeitgesetz und zum anderem in den Tarifverträgen geregelt. Abgesehen von der Arbeitszeit bzw. Dauer der jeweiligen Schicht, wird sowohl im Arbeitszeitgesetz als auch im Tarifvertrag die Entlohnung für die Schichtarbeit geregelt. Im Arbeitszeitgesetz wird hierbei nur der Zuschlag für die Nachtarbeit definiert, beim Tarifvertrag wird auch der Grundlohn festgelegt.
Bestimmte Arbeitnehmer dürfen nur teilweise oder gar nicht an einer Schichtarbeit teilnehmen. So dürfen Jugendliche unter 16 Jahren nur in einer Schicht zwischen sechs Uhr morgens und acht Uhr abends beschäftigt werden. Ab dem Erreichen des 16. Lebensjahres werden diese Bestimmungen gelockert.
Schwangere Frauen dürfen hingegen in der Nachtschicht nur eingeschränkt eingestellt werden.

Teilweise wird durch das Arbeitszeitgesetz oder einem entsprechenden Tarifvertrag festgelegt, dass nach einer Nachtschicht eine Freischicht folgen muss. Dies ist jedoch nicht unbedingt notwendig.

Eindeutig geregelt ist jedoch die Tatsache, dass bei einer Nachtschicht wesentlich mehr Pausen als bei den beiden übrigen Schichten gewährt werden. Wer im richtigen Industriezweig arbeitet, hat sogar das Glück, dass diese Pausen bezahlt werden.


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